Von Ton zu Keramik
Ich bin immer noch jeden Tag froh, dass ich den Weg der Keramik eingeschlagen habe. Aber das Schwierige an diesem Handwerk ist es, zu bestimmen, wie viel man für ein Produkt verlangt! Man möchte sich nicht selbst aus dem Markt preisen, aber ein Werkstück von Ton zu Keramik zu machen, kostet nun einmal Zeit, Material und Strom.
Töpfer verstehen, wie viel Arbeit in einem Produkt steckt, und verstehen daher auch, dass ein bestimmter Preis für beispielsweise einen Becher verlangt wird. Ich habe Preise von über 100 € gesehen (ja, für einen Becher, nicht für ein Set von vier!).

Ich kann mir vorstellen, dass euch solche Preise manchmal erschrecken. Das ging mir am Anfang auch so! Wenn du wissen möchtest, wie viel ich jetzt für meine Werkstücke verlange, kannst du auf meiner Etsy-Seite nachsehen.
Deshalb möchte ich dir gerne zeigen, wie viel Arbeit in einem Produkt steckt, von Ton bis Keramik! Wie oft das Produkt durch die Hände des Herstellers geht, bevor es (hoffentlich) bei dir zu Hause landet. Und wie viel Aufmerksamkeit ich darauf verwende, ein schönes Endprodukt zu schaffen.
Hast du also schon immer wissen wollen, wie ein Produkt von Ton zu Keramik hergestellt wird? Unten findest du die Schritte, die ein Klumpen Ton durchlaufen muss, um ein Endprodukt zu werden: von Ton zu Keramik.
Ton abwiegen und kneten
Der erste Schritt ist das Abwiegen der richtigen Menge Ton und das gute „Kneten“. Dieses Kneten auf dem Gipsbrett sorgt dafür, dass keine Luftblasen mehr im Ton sind. Das hilft später beim Zentrieren auf der Drehscheibe.
Eine Form auf der Drehscheibe drehen
Das Drehen ist anfangs das Schwierigste zu lernen. Du beginnst mit dem Zentrieren deines Tons. Wenn der Tonklumpen nicht 100% zentriert ist, kannst du eigentlich nichts damit anfangen. Und das merkt man dann in vielen der nächsten Schritte. Nach dem Zentrieren machst du die Form, die du deinem Topf geben möchtest, und schneidest den Boden mit einem Schneidedraht ab.
Trocknen
Der Topf muss dann erst trocken genug werden, um ihn anfassen und bearbeiten zu können: lederhart nennen wir das. In meiner Töpferei dauert dies meist einen Tag, abhängig von der Größe des Produkts. Kannst du am nächsten Tag nicht weitermachen, musst du deine Arbeit in eine Plastiktüte einpacken, um sicherzustellen, dass sie nicht zu stark austrocknet. Es scheint ganz einfach, denn man stellt doch einfach einen Topf zum Trocknen hin? Aber auch bei diesem Prozess musst du gut aufpassen und gut auf das Produkt achten, denn es kann noch viel schiefgehen.
Form abdrehen, Boden bearbeiten
Ist dein Werk lederhart, dann stellst du dein Gefäß auf den Kopf und bearbeitest den Boden sauber. Eventuell mit einem Standring (Fuß). Auch die Seiten kannst du jetzt noch etwas nachbearbeiten, wenn sie nicht ganz deinen Vorstellungen entsprechen. Dies nennen wir Abdrehen. Der Ton ist jetzt immer noch keine Keramik geworden.
Optional: Elemente hinzufügen, wie z.B. Henkel
Wenn du eine Tasse machst, musst du in dieser Phase noch einen Henkel anbringen. Die traditionelle Methode ist das „Ziehen“ eines Henkels.
Optional: Dekoration wie Schnitzereien oder Textur
Es gibt viele verschiedene Dekorationstechniken, die du in diesem Stadium anwenden kannst. Du kannst Formen aus dem Ton schneiden, Texturen einkratzen oder sogar flüssigen Ton (Schlicker) hinzufügen, um Texturen zu erzeugen.
Trocknen
Wenn du dem Gefäß Elemente hinzugefügt hast (wie z.B. Henkel), muss alles sehr langsam in einem Plastiksack trocknen. Das kann ein paar Tage dauern, bevor du es an der Luft trocknen lassen kannst. Wenn ich keine Elemente hinzugefügt habe, lasse ich das Gefäß einfach an der Luft trocknen.
Schrühbrand: Von Ton zu Keramik
Ist das Werkstück vollständig trocken (auch das kann wirklich eine Weile dauern, besonders bei regnerischem Wetter), dann kann es zum ersten Mal gebrannt werden. Dies nennen wir Schrühbrand. Ich mache das jetzt bei 1020 Grad. Bist du mit dem, was du gemacht hast, doch nicht zufrieden? Dann kannst du es vor dem Schrühbrand noch recyceln und etwas anderes aus dem Ton machen. Brennst du es? Dann kannst du nicht mehr zurück. Dies ist der Moment, in dem Ton zu Keramik wird.
Glasieren
Auch das Glasieren ist eine präzise Arbeit. Es gibt verschiedene Methoden dafür, aber die meisten Glasuren, die ich derzeit verwende, sind Pinselglasuren. Das bedeutet, dass man pro Produkt drei Schichten Glasur auftragen muss. Dazwischen muss man warten, bis die Schicht gut trocken ist, bevor man eine neue Schicht darüber auftragen kann.
Glasurbrand
Ist die Glasurschicht aufgetragen, kann das Produkt zum letzten Brand in den Ofen, um die Glasurschicht mit dem Tonware zu verschmelzen. Dies ist immer der spannendste Teil des Prozesses: Wird die Glasur schön aussehen, läuft sie nicht zu sehr aus? Der Ofen muss sehr langsam abkühlen und man sollte ihn am besten erst öffnen, wenn er so kalt wie möglich ist, um Haarrisse in der Glasur zu vermeiden. Geduld ist eine Tugend!
Endergebnis
Hoffentlich musst du den Boden nicht mehr nachbearbeiten und der Prozess des Fotografierens, des Online-Verkaufs und des Versands kann beginnen! Und so ist Ton zu Keramik geworden!
Mehr über Ton oder Keramik erfahren?
Möchtest du mehr über den Prozess von Ton zu Keramik erfahren oder hast du eine andere spezielle Frage an mich? Lass es mich gerne über meine Kontaktseite wissen.